Jenseits von Markusplatz und Canal Grande

Jenseits von Markusplatz und Canal Grande

La Serenissima. Die Durchlauchtigste. So wurde Venedig in vergangenen Zeiten genannt. Ein Name, der bis heute seine Berechtigung hat. Die topografische Lage, das einzigartige Stadtbild inmitten der Lagune  mit  hunderten von Brücken und kleinen Gässchen machen die Stadt auf Pfählen zu einem einzigartigen Schmuckstück. Doch das ist kein Geheimnis. Vierzehn Millionen Touristen besuchen Venedig jedes Jahr. Die Preise für Übernachtung und Gastronomie sind entsprechend gesalzen. Ich habe für die Reise über ein verlängertes Wochenende deshalb ein Hotel außerhalb der Lagunenstadt gewählt. Der Kies knirscht unter den Rädern, als ich zum Parkhotel „Villa Leon d’Oro“ vorfahre. Es liegt zwei Kilometer entfernt vom Bahnhof  von San Donà di Piave, mit direkter Verbindung zum Hauptbahnhof von Venedig.

Abseits der Touristenströme scheint die Zeit still zu stehen

Ein strahlend blauer Himmel erwartet mich bei meiner Ankunft. Am Bahnhofsvorplatz liegen die Linienboote der städtischen Verkehrsbetriebe, die sogenannten Vaporetti, die fast rund um die Uhr auf dem Canal Grande und den wichtigsten Nebenkanälen pendeln. Außerdem verbinden sie die Stadt mit dem Festland, dem Lido und den Laguneninseln. Ich lasse mich mittragen von all den Menschen, die sich über die Treppenstufen des Bahnhofs ins Getümmel stürzen. Doch dann finde ich schnell meinen eigenen Weg, bloß weg von all den überfüllten Souvenirständen und teuren Snackbars. Abseits davon scheinen dann unvermittelt die Uhren ein wenig langsamer zu ticken. Man fühlt sich wie in eine frühere Zeit versetzt. Die Schritte hallen in den Gassen, manche sind so schmal, dass die  Hände die Wände links und rechts berühren können. Manche enden plötzlich vor einem  der zahllosen kleinen Kanäle, die Venedig wie die Fäden eines Spinnennetzes durchziehen.
Es ist still, man hört nur das Gluckern des Wassers und in der Ferne das Lachen eines Kindes.   

Alle Wege führen in Venedig zum Markusplatz

„Nein, Sie können sich in Venedig nicht verlaufen. Alle Wege führen Sie irgendwann wieder zur Piazza San Marco“. So waren die Worte des freundlichen grauhaarigen Herren an der Rezeption des Hotels. Unverzagt gehen ich deshalb weiter und tatsächlich – einige Brücken weiter zeigen die Handwerksläden und kleinen Restaurants, dass ich wieder auf dem richtigen Weg bin. Die Bauten werden immer repräsentativer und plötzlich liegt er vor mir, der Markusplatz. Das Zentrum der einstigen Seegroßmacht gilt bis heute als einer der schönsten Plätze der Welt, um den sich die Markusbasilika, der Dogenpalast und der Glockenturm als die bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt gruppieren. Auch von hier aus starten natürlich die anmutig schwarzen und wunderschön verzierten Gondeln. Eine Fahrt mit diesen ist für jeden Romantiker unverzichtbar, wenn er denn bereit ist, dem traditionell gekleideten Gondoliere 75 Euro für eine Dreiviertelstunde in die Hand zu drücken. Tagsüber. Nachts kostet einen Aufpreis.  

Kulinarischer Genuss ist in Venedig recht teuer  

   Für Kunstliebhaber gibt es in Venedig eine Vielzahl von Kirchen und Museen. Die Gallerie dell’Accademia zeigt in über 800 Werken von Berühmtheiten wie Tizian, Tintoretto oder Bellini die venezianische Malkunst. Zum Thema leibliche Genüsse: Essen gehen ist teuer in Venedig. Jeder Gast zahlt vorab schon mal 1,60 bis 2,50 Euro für das Gedeck, 12 Prozent Zuschlag für den Service und pro Person ist  man in einem guten Mittelklasselokal leicht 50 Euro los. Besser sind die kleinen Trattorias oder Osterias, da bekommt man schon unter zehn Euro kleine Gerichte wie Pasta oder frittierte Früchte des Meeres mit Salat. Ich verschiebe meine Mahlzeit daher heute und kehre lieber abends im Ristorante San Marco in der Nähe des Hotels ein. Eine Speisekarte gibt es nicht. Man sagt einfach, wie viele Gänge man möchte. Frisches Ciabatta mit Salami und einer wundervollen Joghurtcreme, Pasta, Tagliatelle mit Pilzen, Risotto nach Art des Hauses mit Spargel, serviert in einem Käselaib. Köstlich. Zusammen mit dem Gruß aus der Küche und einem schönen Weißwein aus der Region war ich mit fünfundzwanzig Euro dabei. Da ist Venedig schon mal eine Reise wert.   


Der Ort-Tipp: Das Vaporetto mit der Nr. 1 fährt vom Hauptbahnhof bis zum Markusplatz und ist eine wunderbare Möglichkeit, all die Paläste, Kirchen und hochherrschaftlichen Häuser am Canal Grande zu bewundern. Die Fahrkarten für die Vaporetti gibt es an den Hauptanlegestellen der Boote oder im Tourismusbüro. Nicht das Entwerten vor der Fahrt vergessen!


Unterkunft:

Das nette kleine Hotel Leon d’Oro empfängt seine Gäste zu moderaten Preisen in einem liebevoll restaurierten historischen Gebäude aus dem 19. Jahrhundert in 22 Zimmern über drei Etagen (mit Fahrstuhl).
Parkhotel Leon d’Oro
Via Romanziol N. 5-7 • 30020 Noventa di Piave
villa@leondorohotel.comwww.leondorohotel.com/villa

Gut essen gehen kann man im:
Ristorante San Marco
Via Piave 5 • 30020 Noventa di Piave

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2 Kommentare zu “Jenseits von Markusplatz und Canal Grande

  1. Ohne Zweifel, ist ein Tag nicht genug, um die ganze Magie von Venedig fühlen. Vielen Dank für all diese Details. Es ist sehr nützlich für die zukünftigen Touristen.

  2. Ein Besucher sollte sich nicht nur auf die großen Sehenswürdigkeiten von Venedig, seine Aufmerksamkeit zu konzentrieren, manchmal Bummel durch die Stadt bringt viel mehr Freude erkunden Sie die versteckten Schönheiten.

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